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Länderübergreifende Lawinenfortbildung in der Steiermark

Daniel Meglitsch und Johannes Schilling von der Landeswarnzentrale Steiermark arbeiten daran, ein Bild über den Schneedeckenaufbau zu bekommen. © Land Steiermark
Daniel Meglitsch und Johannes Schilling von der Landeswarnzentrale Steiermark arbeiten daran, ein Bild über den Schneedeckenaufbau zu bekommen.
© Land Steiermark

Graz, 16.12.2015 

In der Ramsau und am Dachstein findet bis Donnerstag eine Fortbildung der regionalen Lawinenkommissionen statt. Der Leiter des Lawinenwarndienstes Steiermark, Helmut Kreuzwirth, von der Fachabteilung Katastrophenschutz und Landesverteidigung und Alexander Podesser, Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik Steiermark, konnten 51 Mitglieder von steirischen und benachbarten Lawinenkommissionen gemeinsam mit Meteorologen, nationalen und internationalen Lawinenexperten, Vertretern der Landeswarnzentrale Steiermark, Alpinpolizisten, Bergführern und Herstellern von Verschütteten-Suchgeräten, begrüßen.

Organisiert wird die Ausbildung von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) und dem Land Steiermark.

Die Lawinenkommissionsmitglieder beurteilen aufgrund ihrer besonderen Kenntnisse und Fähigkeiten die Lawinengefahr und beraten die örtlichen Behörden, wenn es um die Sperre von Straßen und Pisten geht. Die Arbeit der Lawinenkommission während des Winters ist gekennzeichnet durch tägliche Beobachtungen, Messungen und Untersuchungen, um in weiterer Folge die Lawinengefahr abschätzen zu können. Oft sind sie auch für das Sprengen von Lawinenhängen zuständig. Die Steiermark verfügt über 39 Lawinenkommissionen.

Systematische Beurteilung der Lawinensituation

Meteorologen, Lawinenexperten, Alpinpolizei und Bergführer führen die Teilnehmer in Theorie und Praxis durch unterschiedliche Bereiche des Themas Lawine. Arno Studeregger, Ausbilder und Lawinenexperte der ZAMG: „Uns ist wichtig zu vermitteln, wie man systematisch und effizient aus der Vielzahl an Wetter- und Schneedaten zu einer fundierten Beurteilung der Lawinengefahr kommt. Einen besonderen Schwerpunkt legen wir in diesem Kurs auf die Erstellung von Schneeprofilen und auf Stabilitätstests. Natürlich werden auch sämtliche Notfallmaßnahmen in der Praxis geübt, von der Suche bis zur Bergung der Verschütteten."

Expertinnen für Recht und für Entscheidungsprozesse

Zusätzlich zu den klassischen Lawinen-Themen bringen zwei externe Expertinnen zusätzliche Aspekte ein, erklärt Studeregger: „Die Richterin Dalia Tanczos erläutert die rechtlichen Fakten rund um die Verantwortung bei Lawinenschutz und Lawinenunfällen. Renate Renner von der Universität Graz präsentiert aktuelle Ergebnisse aus der Forschung zum Thema Entscheidungsfindung. Beide Bereiche spielen in der täglichen Arbeit der Lawinenkommissionen eine wichtige Rolle."

Die ZAMG betreibt im Auftrag der jeweiligen Länder den operativen Lawinenwarndienst für die Steiermark und Niederösterreich. Mit den anderen Lawinenwarndiensten Österreichs besteht eine enge Zusammenarbeit in den Bereichen Wetterdaten, Vorhersagen und Warnungen.