Link zur Startseite

Bundesländerübergreifender Lawinenkurs für Lawinenkommissionen

30 Kommissionsmitglieder aus der Steiermark, Niederösterreich und Salzburg nahmen an der Ausbildung in Bad Aussee teil

Unser Ausbildungsteam erkundet mit Markus Raich von den Loser Bergbahnen das Gelände. © LWD Steiermark
Unser Ausbildungsteam erkundet mit Markus Raich von den Loser Bergbahnen das Gelände.
© LWD Steiermark
Hans Stieg von der Tauplitz referiert über die technischen Anforderungen der unterschiedlichen Hubschraubertypen, die bei der Lawinenerkundung bzw. Lawinen-Sprengung zum Einsatz kommen.  © LWD Steiermark
Hans Stieg von der Tauplitz referiert über die technischen Anforderungen der unterschiedlichen Hubschraubertypen, die bei der Lawinenerkundung bzw. Lawinen-Sprengung zum Einsatz kommen.
© LWD Steiermark
Im schattseitigen Gelände fand sich jede Menge eingewehter Schnee, welcher oft noch unter Spannung stand. © LWD Steiermark
Im schattseitigen Gelände fand sich jede Menge eingewehter Schnee, welcher oft noch unter Spannung stand.
© LWD Steiermark

Vom 12. bis 14. Jänner 2015 fand der Lawinenkommissionskurs des Landes Steiermark in Kooperation mit der Zentralanstalt für Meteorologie (ZAMG) in Bad Aussee statt. Den 30 teilnehmenden Kommissionsmitgliedern aus der Steiermark sowie aus Niederösterreich und Salzburg, darunter Vertretern der ÖBB und der Mariazellerbahn, stand ein Ausbildungsteam von 8 Personen zur Verfügung. Bestens untergebracht und versorgt im JUFA Bad Aussee wurde der erste Tag der Theorie gewidmet.

Einer allgemeinen Einführung in die Wetter- Schnee- und Lawinenkunde durch Axl Podesser. ZAMG, die speziell auf die Anforderungen bei der Arbeit der Lawinenkommissionen abgestimmt war, folgte am späteren Nachmittag ein Vortrag von Manfred Posch, stellv. Leiter der Landeswarnzentrale von der Fachabteilung Katastrophenschutz, über die verantwortungsvolle Arbeit der Landeswarnzentrale des Landes Steiermark, insbesondere im Rahmen der Koordinierung der Einsatzkräfte bei Lawinenunglücken.

In der Zwischenzeit wurde von den restlichen Ausbildnern das Gelände am Loser für die praktischen Übungen erkundet. Etwa 30 Zentimeter Neuschnee und Böen bis 100 km/h versprachen für den nächsten Tag eine „spannende" Schneedecke.

Dalia Tanczos, Richterin und profunde Rechts-Expertin im Bereich Alpinunfälle, hielt ein äußerst interessantes Referat zum Thema Haftung bei der ehrenamtlichen Lawinenkommissionsarbeit.
Am Abend frischte der Wetter- und Lawinenmelder von der Tauplitz, Hans Stieg, das Wissen rund um die Arbeit mit dem Hubschrauber auf.
 
Der zweite Tag war der Geländearbeit gewidmet. Bei herrlichem Wetter wurden in 7 Kleingruppen Schneedeckenuntersuchungen durchgeführt, um das am Vortag gelernte in die Praxis umzusetzen Über die systematische Schneedeckenerkundung nach dem bayrischen „Altmeister Bernd Zenke" wurde die Beurteilung der Lawinengefahr im Gelände geübt.
Überaus interessant war dabei, im sonnseitigen Gelände den raschen Abbau einer Schwachschicht aus Graupel über einer mächtigen Harschschicht zu verfolgen. Hingegen änderte sich schattseitig wenig in der sehr kalten Schneedecke. Nach einem gemeinsamen Resümee über die gewonnenen Eindrücke und die Eingabe der aufgenommenen Schneeprofile in das neue LAWIS- Modul der Homepage des Lawinenwarndienstes folgte am Abend noch ein aufschlussreicher Vortrag vom Leiter der AEG Liezen, Christian Huber, über die Arbeit der Alpinpolizei.

Der letzte Tag begann mit einem Vortrag von Axl Podesser (ZAMG) über die Interpretation von Wetterdaten aus dem automatischen Lawinenstationsnetz, wobei anschließend aus den kniffligen Diagrammbeispielen der Wetterablauf samt möglicher Auswirkungen auf die Schneedecke und die Lawinenaktivität rekonstruiert werden musste.
Lisa Jöbstl ,ZAMG, berichtete im Anschluss daran über die Neuerungen der steirischen Lawinen-Homepage sowie über die Versendung lawinenrelevanter Informationen mit dem neuen SnowSafe-App.

Den Abschluss bildete eine sehr interessante Befragung über die Einschätzung der Gefahrenstufe, die Arno Studeregger moderierte. Dabei mussten die Kursteilnehmer unterschiedlichen Schneebrett- und Lawinenszenarien rasch der entsprechenden Gefahrenstufe zuordnen - eine nicht ganz einfache Aufgabe, die für manche trotz der Anonymität fast Prüfungscharakter annahm. Ganz am Ende wurden von Helmut Kreuzwirth, dem Leiter des amtlichen Lawinenwarndienstes des Land Steiermark, die Urkundenverteilung für den erfolgreichen Kursabschluss vorgenommen.

Ein herzliches Dankeschön an unsere drei Bergführer Engelbert Leitner, Bernd Robanser und Robert Kerneza für die fachkundige Arbeit, an die Loser Bergbahnen für die lifttechnische Unterstützung sowie an das JUFA Bad Aussee und das Team von Ulli Hammer für die ausgezeichnete Betreuung!