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15 Jahre Kriseninterventionsteam Land Steiermark

Die steirische "psychosoziale Akutbetreuung" feiert Geburtstag

LH Franz Voves bedankte sich bei Katharina Purtscher-Penz und Edwin Benko für ihre gute Arbeit (v.r.).
LH Franz Voves bedankte sich bei Katharina Purtscher-Penz und Edwin Benko für ihre gute Arbeit (v.r.).© Foto: steiermark.at/Frankl; bei Quellenangabe honorarfrei
Edwin Benko, Katharina Purtscher-Penz und LH Franz Voves ehrten sechs Mitarbeiter der ersten Stunde.
Edwin Benko, Katharina Purtscher-Penz und LH Franz Voves ehrten sechs Mitarbeiter der ersten Stunde.© Foto: steiermarkt.at/Frankl; bei Quellenangabe honorarfrei

Graz (25. September 2014).- Das Kriseninterventionsteam Land Steiermark (KIT) feiert heuer, zusammen mit seinen rund 405 ehrenamtlichen Akutbetreuern, sein 15-jähriges Bestehen. Dieses Jubiläum nahm Landeshauptmann Franz Voves gestern Abend (24.09.2014) zum Anlass, um die Leistungen aller Beteiligten im Weißen Saal der Grazer Burg zu würdigen. „Aus tiefstem Herzen meine ich: ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die bereitwillig ihre freie Zeit für andere Menschen zur Verfügung stellen, sind der Kitt unserer Gesellschaft. Und beim KIT-Land Steiermark gilt: Nomen est Omen. In diesem Sinne sage ich danke für eure großartigen Leistungen in den vergangenen 15 Jahren, ihr habt meinen tiefsten Respekt", so Landeshauptmann Franz Voves.

Im Rahmen der Veranstaltung wurden außerdem sechs ehrenamtliche Mitarbeiter geehrt, die seit dem ersten Ausbildungskurs aktiv mitarbeiten. LH Franz Voves überreichte an Elisabeth Postl, Anneliese Stibor, Ilse Harrer, Michaela Lechner-Ertl, Ursula Sauer (alle Bezirk Hartberg-Fürstenfeld) und Harald Sattler (Bezirk Graz-Umgebung) eine Urkunde. 

In den letzten 15 Jahren rückten die Akutbetreuer des KIT rund 5.500 Mal aus, um insgesamt 21.500 Betroffene, Angehörige und Hinterbliebene ebenso wie Mitarbeiter verschiedenster Einsatzorganisationen zu betreuen. Alleine im vergangenen Jahr führte das Kriseninterventionsteam 564 Einsätze durch, wobei die KIT-Mitarbeiter zu 54 Prozent von der Exekutive angefordert wurden. „Durchschnittlich werden die Teams bis zu zwei Mal täglich zusammen mit steirischen Einsatzorganisationen und Rettungsdiensten angefordert", schilderte Edwin Benko, der als fachlicher und operativer Leiter zusammen mit Katharina Purtscher-Penz, der wissenschaftlichen Leiterin, das KIT-Land Steiermark aufgebaut hat.

Das Kriseninterventionsteam Land Steiermark wurde 1998 als Reaktion auf das Grubenunglück in Lassing ins Leben gerufen. Als erstes Bundesland in Österreich verankerte das Land Steiermark 1999 die „psychosoziale Akutbetreuung" im Steiermärkischen Katastrophenschutzgesetz und übernahm somit eine Vorreiterrolle. „Auf dem Gebiet der Krisenintervention waren wir Pioniere in Österreich. Heute weiß ich, wir waren auch Wegbereiter in Europa", so Brigitte Lueger-Schuster (Assistenzprofessorin an der Uni Wien), die im Zuge des Festaktes einen kleinen Einblick in das Thema „Psychosoziale Akutbetreuung international - was hat KIT-Land Steiermark damit zu tun" gab.

Der Aufgabenbereich des KIT dreht sich vor allem um die Betreuung und Unterstützung von Menschen mit seelischem Schock in der Akutphase - den ersten Stunden nach einem traumatischen Erlebnis. Das Kriseninterventionsteam unterstützt Betroffene bei Bedarf auch noch über die „Erste-Hilfe-Phase" hinaus, indem es weiterführende Beratungs- und Betreuungseinrichtungen vermittelt. Die Akutbetreuer des KIT sind durchgehend 24 Stunden täglich in Rufbereitschaft und stellen ihre Arbeit unentgeltlich zur Verfügung. „Der Großteil unserer Arbeit findet leise und abseits der Öffentlichkeit statt", so Benko. Das Kriseninterventionsteam wird in den unterschiedlichsten Notfällen tätig, von Großschadensereignissen wie ein Flugzeugabsturz oder Zugunglück bis hin zu Katastrophen wie Waldbrände und Tsunamis. Im Jahr 2013 zeichneten sich drei Einsatzschwerpunkte ab: Betreuung von Angehörigen nach Suizid, Unfall mit Todesfolge im öffentlichen Bereich und plötzlicher Todesfall im häuslichen Bereich. Die letzten schwerwiegenden Einsätze für das Kriseninterventionsteam, nach denen die Hinterbliebenen in der Steiermark betreut wurden, waren ein Unfall an einem unbeschrankten Bahnübergang, ein Silounfall und ein Bootsunfall in Kolumbien.

Weitere Fotos stehen Ihnen am Nachmittag in unserer  Fotogalerie zur Verfügung. Ein Video von der Veranstaltung wird demnächst auf dem  Videoportal verfügbar sein.

Nähere Informationen über das KIT-Land Steiermark finden Sie  hier.

Graz, am 25. September 2014

 

MEDIENINHABER:

Amt der Steiermärkischen Landesregierung
8010 Graz-Burg

Telefon: +43 (316) 877-0
Fax: +43 (316) 877-2294

E-Mail: post@stmk.gv.at

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