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Internationale Helfer für den Ernstfall gerüstet

Übung des europäischen Katastrophenschutzprojektes "EURACARE"

Johanniter führten zweitägige Übung des europäischen Katastrophenschutzprojektes "EURACARE" (European Assistance Team for Citizens in Areas of Evacuation) erfolgreich in Lübeck durch. Auch vier Helfer aus der Steiermark nahmen daran teil.

"Das EURACARE - Team vor dem fiktiven Abflug in den Einsatz nach ZYPERN" © LAD-FAKS
"Das EURACARE - Team vor dem fiktiven Abflug in den Einsatz nach ZYPERN"
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Erika WICHRO im fachlichen Austausch mit dem Leiter der Groupe de Support Psychologique (GSP) Luxembourg, Yves Legil © LAD-FAKS
Erika WICHRO im fachlichen Austausch mit dem Leiter der Groupe de Support Psychologique (GSP) Luxembourg, Yves Legil
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Das steirische KIT Mitglied Wolfram Pernjak als EURACARE Teamleader am Flughafen Lübeck im Einsatz © LAD-FAKS
Das steirische KIT Mitglied Wolfram Pernjak als EURACARE Teamleader am Flughafen Lübeck im Einsatz
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Zwei turbulente Tage liegen hinter dem 18-köpfigen EURACARE-Team, mehr als 160 Komparsen, Trainern, dem Hamburger Organisationsteam der Johanniter-Unfall-Hilfe e.V., zahlreichen Helfern der Johanniter aus Lübeck und Schleswig Holstein und den internationalen Übungsbeobachtern. Von Sonntag, dem 17. November 2013, 10:00 Uhr, bis Montagabend, 17:00 Uhr, lief die Abschlussübung, in der sich die ehrenamtlichen Soforthelfer des europäischen Katastrophenschutz-Teams EURACARE der Herausforderung eines inszenierten Katastrophenhilfeeinsatzes stellen mussten. Vom Land Steiermark nahmen Helmut Kreuzwirth von der FA Katastrophenschutz und Landesverteidigung, verantwortlich für die Ausbildung des Teams und Elisabeth Promitzer, Erika Wichro und Wolfram Pernjak (KIT Land Steiermark) teil.

Wenn europäische Bürger in einem Drittland in Not geraten, ist das EURACARE-Team gefragt. Das Szenario der Abschlussübung: In einer Krisenregion außerhalb Europas kommt es zu Unruhen. Europäische Staatsbürger sind in Gefahr und müssen evakuiert werden. Per Flugzeug werden sie nach Zypern ausgeflogen, um von dort in ihre Heimatländer zurückzukehren. 
An drei Einsatzorten im Raum Lübeck agierten die Soforthelfer. Der Lübeck Airport - im Szenario der Flughafen Larnaca auf Zypern - war Hauptschauplatz der Übung. Am zyprischen Flughafen landete am Sonntagabend eine Maschine mit evakuierten europäischen Bürgern. Das EURACARE-Team war bereits eingetroffen, um die zyprischen Behörden und das Flughafen-Personal in dem logistischen und organisatorischen Ausnahmezustand zu  unterstützen. Die EURACARE-Helfer sorgten für die basismedizinische und psychosoziale Betreuung der Gestrandeten und registrierten diese. Der sogenannte Help Desk des EURACARE-Teams – der zentrale Anlaufpunkt für alle Hilfesuchenden – war vor Ankunft der von Komparsen gespielten Europäer bereits aufgebaut. Erschwert wurde die inszenierte Lage des Einsatzes durch einen schweren Unfall auf der Rollbahn des Flughafens mit starker Rauchentwicklung während der Landung einer Maschine. Die Lübecker Feuerwehr und der Rettungsdienst der Lübecker Johanniter versorgten die verletzten Passagiere, während das EURACARE-Team deren Betreuung übernahm. Diese routinemäßige Flugunfall-Übung des Lübeck Airport wurde in die Abschlussübung des Katastrophenschutz-Teams eingebaut. "Das realistische Szenario bereitet die Helfer auf ihre zukünftigen Einsätze vor. In Krisensituationen müssen sie routiniert sein und flexibel auf die jeweilige Herausforderung reagieren", erläutert Harm-Bastian Harms, Projektleiter von EURACARE. "Gerade vor dem Hintergrund solcher Katastrophen, wie jetzt auf den Philippinen, ist es wichtig, die Helfer gut auszubilden, damit sie vor Ort erfolgreich helfen können."

Nach einer langen und turbulenten Nacht ging die Übung Montagmorgen weiter. Das EURACARE-Team teilte sich auf und trainierte auch an den anderen beiden Lübecker Schauplätzen, dem Nordlandkai am Hafen sowie dem Hotel Hanseatischer Hof in der Innenstadt. Am Lübeck Airport, dem fiktiven zyprischen Flughafen, musste das Terminal evakuiert werden. Am Hafen bauten die Helfer einen weiteren Help Desk auf, um über den Seeweg ankommende Europäer zu betreuen. Im Hotel Hanseatischer Hof befand sich das European Commission Representation Office.
Internationale Übungsbeobachter verfolgten die Arbeit der Helfer. Darunter befanden sich Experten des Auswärtigen Amtes, des österreichischen Innenministeriums sowie des Zivilschutzes aus Zypern, Finnland, Luxemburg und Schweden. Neben dem Ablauf der Übung interessierten sie sich vor allem für die Organisation und Aufgabenbewältigung des Teams. "Wir sind mit dem Ablauf der Übung und der Leistung unseres Teams sehr zufrieden. Die Helfer haben die Aufgaben überzeugend bewältigt und sind für den Ernstfall gut gerüstet", resümiert Helmut Kreuzwirth.
Nach zweijähriger Aufbauarbeit haben die EURACARE-Teammitglieder ihre Einsatzfähigkeit unter Beweis gestellt und die Strukturen und Abläufe auf ihre Funktionalität getestet. Die Ehrenamtlichen stehen nun für weltweite Einsätze bereit, um europäische Bürger im Auftrag von Konsularbehörden in Katastrophengebieten zu unterstützen.
Über EURACARE:
Das Projekt EURACARE wird von den Johannitern und dem Amt der Steiermärkischen Landesregierung durchgeführt und von der Europäischen Kommission mitfinanziert. 18 der insgesamt 32 ausgebildeten ehrenamtlichen Teammitglieder trainierten bei der Abschlussübung vor Ort in Lübeck.
Das Team besteht aus Soforthelfern der Johanniter Auslandshilfe aus Deutschland und des Kriseninterventionsteams der Steiermark. Helmut Kreuzwirth (FA Katastrophenschutz) zeichnet für die Ausbildung des Teams verantwortlich. Dieses setzt sich unter anderem zusammen aus Ärzten, Psychologen, Logistikern, IT-Spezialisten, Kommunikationsexperten und Rettungsassistenten. Der Abschlussübung in Lübeck voraus gingen zwei einwöchige Trainings in Österreich und mehrere spezialisierte Wochenend-Ausbildungen.

Weitere Informationen zum Projekt unter www.euracare-project.eu