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10 Jahre KIT-Land Steiermark

Fortbildungstag auf Schloss Trautenfels zum Thema: “Grundprinzipien der psychosozialen Hilfeleistung“

Das Kriseninterventionsteam (KIT) Land Steiermark existiert mittlerweile seit 10 Jahren.

Der Verstanstaltungsort © KIT Land Steiermark
Der Verstanstaltungsort
© KIT Land Steiermark
Die Ehrengäste © KIT Land Steiermark
Die Ehrengäste
© KIT Land Steiermark
Dank an die Organisatorin Mag. Dagmar Pernitsch © KIT Land Steiermark
Dank an die Organisatorin Mag. Dagmar Pernitsch
© KIT Land Steiermark
Ehrung der Lassinghelfer © KIT Land Steiermark
Ehrung der Lassinghelfer
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Lassing Ersthelfer © KIT Land Steiermark
Lassing Ersthelfer
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Das Auditorium © KIT Land Steiermark
Das Auditorium
© KIT Land Steiermark
Im Gespräch © KIT Land Steiermark
Im Gespräch
© KIT Land Steiermark
Dank an die Gastvortragende Univ.Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster © KIT Land Steiermark
Dank an die Gastvortragende Univ.Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster
© KIT Land Steiermark
Aufmerksame Zuhörer © KIT Land Steiermark
Aufmerksame Zuhörer
© KIT Land Steiermark
KIT-Team BM/MZ © KIT Land Steiermark
KIT-Team BM/MZ
© KIT Land Steiermark

Das tragische Grubenunglück in Lassing am 17.7.1998 war gleichzeitig auch die „Geburtsstunde" von KIT-Land Steiermark, hob der Leiter der Abteilung 20 Katastrophenschutz und Landesverteidigung, Dr. Kurt Kalcher, hervor. Dieses dramatische Ereignis, bei dem 9 Bergmänner ums Leben kamen, machte eindringlich deutlich, den Angehörigen mit professioneller psychosozialer Hilfe beizustehen. Ein Jahr darauf wurde daher die psychosoziale Betreuung im Steiermärkischen Katastrophenschutzgesetz festgeschrieben und KIT-Land Steiermark gegründet.

Aus diesem Grund fand der diesjährige Fortbildungstag, intern „KIT-Steirertag" genannt, im Bezirk Liezen auf Schloss Trautenfels statt. Die Tagung wurde vom KIT-Team Liezen, an der Spitze KIT-Bezirkskoordinatorin, Mag. Dagmar Pernitsch, organisiert.

Die enorme Bedeutung von KIT-Land Steiermark ist schon allein aus der Jahresstatistik 2008 herauszulesen: Bei insgesamt 576 Einsätzen wurden knapp 1.900 Personen psychosozial betreut. Mit anderen Worten: Durchschnittlich mehr als zehn Mal in der Woche rücken KIT-Teams aus, um Menschen, die nach plötzlichen, unerwarteten Ereignissen einer psychosozialen Akuthilfe bedürfen, zu unterstützen. Dabei wurden rund 4.250 freiwillige Arbeitsstunden geleistet, etwa 900 mehr als im Jahr zuvor.

Der Bezirkshauptmann von Liezen, Mag. Josef Dick, betonte die zunehmende Bedeutung der Krisenintervention, zumal Naturkatastrophen, nicht nur im alpinen Raum, in der Zukunft vermehrt und in einer ungeahnten Intensität, auftreten werden. Die Bezirkshauptmannschaft unterstütze das Kriseninterventionsteam in allen Belangen.

Den Aufgabenbereich von KIT definiert die wissenschaftliche Leiterin von KIT-Land Steiermark, Prim. Dr. Katharina Purtscher, als psychosoziale Erste Hilfe. Ausschlaggebend für einen KIT-Einsatz ist nicht die Anzahl der Betroffenen, sondern der Schweregrad der möglichen Traumatisierung. Die Notfälle, bei denen KIT tätig wird, reichen vom plötzlichen Tod oder Suizid eines Angehörigen über länger dauernde Suchmaßnahmen bis hin zu Naturkatastrophen oder Großschadensereignissen.

Edwin Benko, Psychotherapeut und fachlicher Leiter von KIT-Land Steiermark, führte dazu besonders Aufsehen erregende Beispiele an, wie etwa den Autobahnunfall bei Sinabelkirchen, bei dem 3 junge Menschen tödlich verunglückt waren, den Busunfall auf der A2 im Bereich der Pack, bei dem drei Ungarn gestorben und 20 weitere teilweise schwer verletzt worden waren oder Einsätze im Rahmen der Hochwasserereignisse in der Steiermark.

DSA Cornelia Daum referierte über die notwendigen Kompetenzen der AkutbetreuerInnen am Beispiel Lassing und Ass.Prof. Dr. Brigitte Lueger-Schuster widmete Ihren Gastvortrag der Krisenkommunikation.

Die Anforderung von KIT-Teams erfolgt durch den jeweiligen Einsatzleiter über die Landeswarnzentrale der Katastrophenschutzabteilung, berichtet Mag. Helmut Kreuzwirth, organisatorischer Leiter für KIT-Land Steiermark in der Abteilung 20. KIT-MitarbeiterInnen setzen sich aus Fachkräften der Bereiche Medizin, Psychotherapie, Psychologie und Sozialarbeit sowie erfahrenen Mitgliedern der Einsatzorganisationen zusammen. Diese erhalten eine Grundausbildung, die einerseits 80 Stunden theoretische Ausbildung umfasst, mit den Schwerpunkten Stressreaktionen und Psychotraumatologie, Kommunikation in Krisensituationen, besondere Aspekte in der Betreuung von Kindern und Jugendlichen, behördliches Krisenmanagement, Kooperationen für die mittelfristige Betreuung und andererseits 40 Stunden praktische Ausbildung.

Besonders stolz ist man seitens des KIT-Leitungsteams auf die vielfältigen Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene. So hat das Land Steiermark in Ungarn geholfen, dort ein Kriseninterventionsteam aufzubauen und war federführend bei der Gründung der Österreichischen Plattform für Krisenintervention und Akutbetreuung, der auch KIT Vorarlberg, AB Wien, das Österreichische Roten Kreuz, die ökumenische Notfallseelsorge, die Heerespsychologie, der Arbeitersamariterbund, das Akutteam Niederösterreich und Pro Mente Oberösterreich angehören.