Digitalfunk BOS-Austria

Statusinformation 01 der Abteilung 20 des Landes Steiermark

Das BOS-Team des Landes Steiermark, vlnr: Astrid Luggin, Robert Kogelmann, Harald Schwab und Rudolf Temmel
Das BOS-Team des Landes Steiermark, vlnr: Astrid Luggin, Robert Kogelmann, Harald Schwab und Rudolf Temmel© A20 Land Steiermark

Die derzeit von steirischen Einsatzorganisationen in Verwendung stehende Sprechfunktechnologie ist - nicht nur sprichwörtlich betrachtet - in „die Jahre gekommen". Um den gegenständlichen Standard wesentlich zu optimieren, hat das Land Steiermark in enger Zusammenarbeit mit dem Bundesministerium für Inneres die Errichtung eines gemeinsamen Sicherheitsfunknetzes - zur Bewältigung von Krisen- und Katastrophenfällen in der Steiermark - in die Wege geleitet. Im Gegensatz zur gegenwärtigen Situation - zur Zeit betreibt jede Einsatzorganisation ihr eigenes Funknetz - wird den Einsatzorganisationen zukünftig ein einheitlicher, dem modernen Stand der Technik sowie den spezifischen Anforderungen der Blaulichtorganisationen (Rettung, Feuerwehr, etc.) entsprechender digitaler Funkdienst zur Verfügung gestellt werden.

Gemäß Beschluss der Steiermärkischen Landesregierung vom 14.12.2009 wurde die A20, Abteilung für Katastrophenschutz und Landesverteidigung, im Sinne der Umsetzung dieses Projektes damit beauftragt, unverzüglich Verhandlungen mit der Fa. Tetron sowie dem Bundesministerium für Inneres aufzunehmen. Das Verhandlungsziel, einerseits einen Vertrag mit dem oa. Unternehmen und andererseits eine Vereinbarung mit dem Bundesministerium für Inneres betreffend Errichtung der Funkinfrastruktur für den Digitalfunk „BOS Austria" abzuschließen, war klar definiert.

Nach sehr intensiven Vertragsverhandlungen - sowohl mit dem Bundeministerium für Inneres als auch der Fa. Tetron als Errichtungsfirma der Funkinfrastruktur des Behördenfunknetzes - wurden auf Basis des Regierungsbeschlusses vom 28.06.2010 und des Beschlusses des Landtages Steiermark vom 06.07.2010 die entsprechenden Dokumente rechtsgültig unterfertigt.

Somit war die Grundlage vorhanden, um in der Steiermark umgehend mit der Errichtung von rund 350 Funkbasisstationen für die Funkinfrastruktur beginnen zu können. Der erste Standort im Sicherheitszentrum Bad Radkersburg ist bereits fertiggestellt und wurde in einem feierlichen Rahmen von Herrn Landeshauptmann Mag. Franz Voves seiner Bestimmung übergeben.

Die Errichtungskosten der Infrastruktur belaufen sich auf maximal € 35 Mio. Euro (gedeckelt), wovon € 7,3 Mio. seitens des Bundesministeriums für Inneres finanziert werden.

Der Ausbau der Funkinfrastruktur sieht in seiner Planung insgesamt 3 Ausbaustufen vor:

1.) Ausbaustufe 1 berücksichtigt schwerpunktmäßig die Bezirke Bruck an der Mur, Hartberg, Liezen und Mürzzuschlag (Anbindung an das Land Niederösterreich, sowie Abwicklung der Schi-WM 2013 in Schladming).

2.) Die Ausbaustufe 2 umfasst die Bezirke Feldbach, Fürstenfeld, Leoben, Graz-Stadt, Graz-Umgebung, Radkersburg und Weiz.

3.) In der 3. und letzten Ausbaustufe sind die Bezirke Deutschlandsberg, Judenburg, Knittelfeld, Leibnitz, Murau und Voitsberg zur Realisierung vorgesehen.

Der Umsetzungszeitraum für die gesamte Funkinfrastruktur wurde aus budgetären Gründen mit maximal vier Jahren festgelegt.

Um die Planung auch bestmöglich in die Realität umzusetzen, ersuchen wir Sie höflich, die federführende Abteilung des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung - auch im Interesse der Sicherheit in unserem Bundesland - bei der Realisierung der Funkinfrastruktur im größtmöglichen Ausmaß zu unterstützen.

Da der Ausbau der Funkinfrastruktur „auf Schiene" gestellt ist, werden in Abhängigkeit des Projektfortschritts auch weiterführende Maßnahmen, welche in Richtung Betriebsorganisation führen (Rufnummernpläne, Endgerätethematik, etc.), notwendig sein. Dazu ist vorgesehen (soweit erforderlich und möglich), mit den Verantwortlichen der „Digitalfunk BOS Austria-Teilnehmerkreise", entsprechende Details für den jeweiligen Systembetrieb abzuklären.

Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass das gegenständliche Sicherheitsfunknetz ausschließlich für steirische Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (Feuerwehr, Rettung, etc.), zur Bewältigung von Krisen-, Katastrophen- und Großschadensereignissen, aber auch im „täglichen Einsatz", zur Verfügung stehen soll. Eine kommerzielle Nutzung und Vermarktung dieses Netzes ist nicht beabsichtigt.
Hervorzuheben ist, dass mit der Fertigstellung des Gesamtvorhabens eine noch bessere Zusammenarbeit in der Bewältigung von Gefahrensituationen als Ergebnis erwartet werden darf. Somit werden von diesem Umstand, herunter gebrochen bis auf Gemeindeebene, alle im Katastrophenschutz tätigen Einsatzorganisationen zum Schutz der Bevölkerung profitieren können. Damit einhergehend bedeutet dies einen verbesserten Schutz zum Wohle jeder Steirerin und jedes Steirers.

Es sei darauf hingewiesen, dass die zuständige Abteilung des Amtes der Steiermärkischen Landesregierung Sie in periodischen Abständen über den aktuellen Projektstatus informieren wird.

Abschließend sei Ihnen für die bereits getätigte hervorragende Arbeit gedankt - verbunden mit dem freundlichen Ersuchen - dem Projekt auch weiterhin umfassende Unterstützung angedeihen zu lassen.

Graz, November 2010

Für Rückfragen steht Ihnen vom Amt der Steiermärkischen Landesregierung, Abteilung 20 Katastrophenschutz und Landesverteidigung, der Leiter der Stabstelle Digitalfunk BOS- Austria, Harald Schwab, unter Tel.: +43 (316) 877- 4188 oder E-Mail: harald.schwab@stmk.gv.at zur Verfügung