Große Grubenrettungsübung in Eisenerz

Das Schaubergwerk lockt 50.000 Menschen jährlich nach Eisenerz
Das Schaubergwerk lockt 50.000 Menschen jährlich nach Eisenerz© VA Erzberg GmbH

Mehr als 2.000 Jahre Bergbau, Kultur und Technik prägten das Gesicht des sagenumwobenen Erzberges. Ein Besuch des unterirdischen Labyrinths und das Kennenlernen der Arbeitswelt der Knappen locken 50.000 Menschen jährlich nach Eisenerz. „Das Schaubergwerk in Eisenerz gilt als sehr sicherer Betrieb", erläutert Bergwerksdirektor Josef Pappenreiter, doch diesmal war es Schauplatz einer verheerenden Katastrophe, zum Glück nur als Übungsannahme: Rund 50 Personen waren nach einem Brand und Zugentgleisung im Schaubergwerk eingeschlossen.

Schnell war der Betriebsleitung in Eisenerz klar, dass ein Rettungs- und Betreuungseinsatz in einer Großschadenslage zu bewältigen war. Gemäß dem internen Alarmplan wurden sofort die Feuerwehr und das Rote Kreuz alarmiert. „Es ging vor allem darum, die Verunglückten zu finden und zu retten, die Eingeklemmten zu befreien und natürlich um die entsprechende Brandbekämpfung", berichtete Pappenreiter. Dazu kämpften sich die Einsatzkräfte der Grubenwehren unter schwerem Atemschutz in das völlig verqualmte Schaubergwerk vor.

Die VA Erzberg übergab aufgrund der Größe des Ereignisses die Einsatzleitung an das Land Steiermark, das durch die Bezirkshauptmannschaft Leoben mit dem Einsatzleiter Bezirkshauptmann-Stellvertreter Wilhelm Edlinger und seinem Stab abgebildet wurde.

„Nach Eintreten einer solchen Katastrophe werden innerhalb weniger Minuten österreichweit die Grubenwehren aktiviert. Diese Hauptübung am Erzberg diente als jährliche Übung der österreichischen Grubenwehren. Durch den Aufbau einer multinationalen Zusammenarbeit mit Grubenrettungen aus ganz Europa könnten künftige Katastropheneinsätze im Rahmen eines europäischen Netzwerkes noch besser bewältigt werden", meint Wilhelm Schön, Leiter der Hauptstelle der österreichischen Grubenrettung.

Erstmals wurden die überregionalen Einsatzkräfte im Wege über die Landeswarnzentrale Steiermark alarmiert, die Grubenwehren aus Salzburg, Kärnten und Tirol mit den Hubschraubern des Österreichischen Bundesheeres nach Eisenerz geflogen.